Welche Werte muss er vorleben?

Die Finanzkrise in den USA hat es gezeigt: Leistung und Gewinnstreben müssen an ethische Grundwerte geknüpft sein. Gewinnstreben um jeden Preis schadet nicht nur einzelnen Personen oder Unternehmen, sondern es kann ganze Gesellschaften und sogar Nationen in große Gefahr bringen.
 
Die Boss-Challenge will eine Debatte darüber führen, welche Werte Gründer und Unternehmer generell (wieder) vertreten und vorleben sollten.

Dazu werden von uns mehrere Führungspersönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft befragt.
Horst Becker

Horst Becker Geschäftsführer der ISOTEC Franchise-Systeme GmbH


  „Der Boss der Zukunft verbindet Werte mit Leistung.“

„Gemeinsam mit seinem Team arbeitet er verantwortungsvoll an der Zielerreichung, in deren Focus ein sehr zufriedener Kunde steht. Letztlich profitieren von dieser win-win-Situation alle Beteiligten: die Kunden, die Mitarbeiter und dann der Unternehmer durch einen nachhaltigen Gewinn.“


Wolfgang Bosbach

Wolfgang Bosbach
Rechtsanwalt, Politiker
  „Der Boss der Zukunft sollte immer daran denken, dass der Erfolg eines Unternehmens nicht von ihm alleine abhängt, sondern vom Können und Wollen, von der Kompetenz und Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

„Er sollte auch daran denken, dass er in einem wirtschaftlichen Umfeld tätig ist, das sich rasend schnell verändert und dass nicht der Große den Kleinen schlägt, sondern der Schnelle den Langsamen. Aber auch daran, dass der Unternehmer Unternehmer heißt, weil er etwas unternimmt. Sonst hieß er ja Unterlasser! Und nicht zuletzt, dass ein Betrieb nie nur eine Wirtschaftliche-, sondern auch eine soziale Einheit ist, in der -vorgelebte- Werte wichtiger sind als Führung kraft Amt.“


Stephen R.
Covey
  „Die Frage, wie man in Krisenzeiten Personal-kosten reduzieren kann, ist eine old-age Frage aus dem Industriezeitalter“.

„Im Wissenszeitalter darf man Führung nicht als eine top-down Aufgabe begreifen, sondern als eine Aufgabe für alle im Team. Das ganze Team muss sich überlegen, wie man mit den veränderten Geschäftsrealitäten umgehen kann, und gemeinsam Lösungen entwickeln. Und wenn dann tatsächlich entschieden wird, dass Mitarbeiter das Unternehmen verlassen sollen, dann müssen diejenigen ihr Paradigma ändern: Es geht nicht darum, einen neuen Job zu finden – sondern darum, sich selbst zu überlegen, welche Lösung man durch seine Arbeit einem Unternehmen anbieten kann und mit dieser Lösung proaktiv auf seine Zielunternehmen zuzugehen“.


Hans-Olaf Henkel

Hans-Olaf Henkel Präsident des BDI
von 1995 - 2000


  „Als Hamburger galt für mich immer das Leitbild des ‚ehrbaren Kaufmanns’, es sollte auch heute gelten. Ich hoffe, es gilt bald wieder.“

„Der Boss der Zukunft braucht weniger neue Techniken, neue Motivationsmethoden oder gar neue Werte. Auch die Gegenwart ist nicht unbedingt der beste Orientierungspunkt, vielmehr sollten wir die guten alten Werte wieder in den Vordergrund rücken.“
Prof. Dr. Gertrud Höhler

Prof. Dr. Gertrud Höhler
Publizistin und Unternehmens-
beraterin
  „Der Boss der Zukunft sollte sich mit den Besten umgeben, die ihn ständig auf die Probe stellen, statt ihm nur zu schmeicheln. Er sollte das Unternehmenswohl verfolgen, ohne den größeren Zusammenhang auf den Augen zu verlieren: Wir alle wirtschaften für das Gemeinwohl. Der Chef muss rechtzeitig erkennen, wenn der Beitrag seiner Mannschaft dazu nicht mehr ausreicht.

Unternehmen brauchen für ihren Erfolg in diesem umfassenden Sinne eine Kultur nicht nur für das Know-how, sondern des Know-why. Technisches Können muss sich mit einer Wertorientierung verbinden, die der Boss mit seinen Leuten vorlebt. Die Werte heißen Achtung, Wahrhaftigkeit, Disziplin und Verlässlichkeit, emotionale Stärke. Die emotionale Intelligenz an der Spitze liefert für Mitarbeiter genau die richtige Mischung: Anspruch und Zuspruch, Leistungsklima und Wärme.

Bosse der Zukunft wissen es schon:
Sie sollen nicht ‚neue Menschen’ werden, sondern die erprobten Tugenden der Führung, wie sie hier beschrieben sind, nicht nur kennen, sondern leben.“


Bane Knezevic

Bane Knezevic

Vorstands-
vorsitzender
McDonald's
Deutschland und
President Western
Division Europe

  „Es geht darum, sich das Vertrauen auch der nächsten Kunden-Generationen Tag für Tag neu zu verdienen.“

„Wir alle sehen uns einer sich rasant verändernden Welt gegenüber, in der die Menschen immer individueller werden, besser informiert sind und traditionelle Verhaltensmuster einfach aufbrechen. Für den Boss der Zukunft wird es deshalb noch mehr darauf ankommen, am Puls der Zeit zu sein, die Wünsche der Kunden zu kennen und den sich ändernden Bedürfnissen gerecht zu werden.“



Waltraud Martius
Geschäftsführerin
von Syncon. Franchise-
Systeme
  „In der Führung der Mitarbeiter des Franchise-Nehmers gilt es, empowerment anzustreben. Diese Führungsqualität gibt Mitarbeitern alles an die Hand, um selbständig erfolgreich zu sein, im Rahmen ihrer Möglichkeiten.“

„Wertschätzung und Anerkennung der mitgebrachten Fähigkeiten sind hier gute Begleiter. Professionelle Franchise-Geber geben daher ihren Franchise-Partnern alle Instrumente an die Hand, damit diese ihre Mitarbeiter gut suchen, auswählen und führen können. Z.B. Ein Konzept und Vorlagen für Mitarbeitergespräche oder Weiterbildung in ihren Führungsqualitäten oder Instrumente zur Sicherung der Qualitätsstandards.“




Manfred Maus OBI-Gründer
  „Der Boss der Zukunft sollte sich nicht neu definieren, sondern die vorhandenen Werte umsetzen.“

„Im Führungsverhalten geht es um das sinnvolle Üben von Kritik, das Ergreifen von Initiative, das Gewinnen und Weitergeben von Informationen, das Vertreten von Standpunkten, das Treffen vernünftiger Entscheidungen, das ursachenorientierte Lösen von Konflikten, der Umgang mit Misserfolgen.“


Mario Ohoven

Mario Ohoven Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW)

Quelle: BVMW


  „Der Boss der Zukunft sollte wie der klassische Mittelständler sein. Flexibilität, Kreativität, Durchsetzungsvermögen und Weitsicht zeichnen ihn aus.“

„Als erfolgreicher Unternehmer weiß er um den Wert gut ausgebildeter und motivierter Mitarbeiter – und begegnet ihnen deshalb mit Respekt und Wertschätzung. Seiner gesellschaftlichen Verantwortung kommt er durch kulturelles, soziales und politisches Engagement vor Ort nach.“